Sportwagen und die Umwelt – (k)ein Kompromiss ?
Sportwagen und Umweltfreundlichkeit, das passt nicht zusammen. Oder doch ?
Entweder man hat viele Pferdestärken, einen grossen Motor mit viel Hubraum und einen hohen Spritverbrauch oder man fährt umweltfreundlich. So war es bisher und so wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben. Man braucht sich nur den durchschnittlichen Spritverbrauch eines Ferraris einmal anzusehen und man was was läuft. Feinstaubfilter, Start-Stop-Automatik oder spritsparende Fahrerunterstützung sucht man vergebens.
Mancheiner wird jetzt vielleicht denken, dass es bei den wenigen Ferraris die auf dieser Welt fahren auch keinen Unterschied machen würde, wenn man alle Ferraris so umrüsten würde das sie eine grüne Plakette bekommen. Das stimmt natürlich. Aber nicht alle denken so. BMW bringt jetzt den neuen X-6 auf den Markt, ein SUV der Spitzenklasse. Und so spitze wie seine Klasse sind auch die Eckdaten von Leistung und Verbrauch. Das 73.800 Euro teure und 407 PS starke Topmodell X6 50i soll mit 12,5 Litern auf 100 Kilometer auskommen. Verspricht BMW. Macht allerdings immer noch 299 Gramm CO2 pro Kilometer. Was für die heutigen Verhältnisse einfach zu viel ist. Da muss es schon ein Ferrari sein dass man damit durchkommt.
Und wer einen Sportwagen fahren will und trotzdem ein funktionales Auto haben will, der kann sich ja immer noch einen Porsche Boxster mieten bei einer Autovermietung. Heisst das jetzt das alle Sportwagen so sein müssen und es keine Alternativen gibt? Nein – auch auf dem Sportwagenmarkt kommt langsam Bewegung in die Geister der Konstrukteure und Entwickler. Der Porsche-Tuner Ruf entwickelt zur Zeit eine Studie für einen Elektro-Porsche. Obwohl sich das Elektroauto dank leistungsarmer Akkus noch nicht durchgesetzt hat, zeigt Ruf was mit dem Elektromotor alles machbar ist. Im Heck des E-Sprinters steckt statt eines aufgebohrten Boxermotors ein fast schon winziger Elektromotor, der kaum größer als eine Wäschetrommel ist und lediglich 91 Kilogramm wiegt.
Dennoch entwickelt der Motor eine gehörige Kraft: 150 kW oder umgerechnet auf die alte Welt der Verbrenner 205 PS und 650 Nm direkt ab dem Leerlauf sorgen für eine Beschleunigung. Beachtliche Werte, komplett ohne CO2. Noch besser könnte eventuell die Konkurrenz aus Asien fahren. Kurz nachdem die Japaner von Honda den CR-Z auf der Tokio Motor Show als sportliche Hybridstudie mit guten Ambitionen enthüllt haben, kündigt Honda-Chef Takeo Fukui an gleicher Stelle zwei weitere Ökos an. Eckdaten gibt es noch nicht, die Erfahrung hat aber gezeigt dass sich die Asiaten auf dem Gebiet der Hybriden als sehr innovativ erweisen können. Und das es doch sehr bald einige Kompromisse geben könnte.