Die Rallye Paris Dakar
Aufgrund von Terrordrohungen wird die weltberühmte Rallye Paris Dakar ab 2009 in Südamerika, genauer gesagt in Argentinien und Chile ausgetragen. Auch für das Jahr 2011 ist geplant die Rennen aufgrund der unsicheren Lage vorerst weiterhin in Südamerika statt in Westafrika auszutragen.
Terrorwarnungen erschweren Organisation
Seit 1978 wurde die Rallye Paris-Dakar einmal im Jahr ausgetragen, bis 2009 lag der größte Teil der Strecke in Afrika. Das heute immer häufiger Rallye Dakar genannte Rennen ist keine Rallye im herkömmlichen Sinn sondern ein Rally Raid Wettbewerb. Die erste Rallye Paris-Dakar fand im Dezember 1978 statt, das Rennen startete in Paris und endete Mitte Januar 1979 in Dakar der Hauptstadt des Senegal. Der Gründer der Veranstaltung war Thierry Sabine, nach dem Tod des Franzosen übernahm sein Vater die Veranstaltung der Rennen. Er verkaufte die Rechte an der Rallye nach einigen Jahren an die Amaury Sport Organisation die auch heute noch die Rallye veranstaltet.
Im Jahr 2008 fand die Rallye erstmals in ihrer Geschichte nicht statt, die französische Regierung hatte die Veranstalter vor Terroranschlägen gewarnt, daraufhin wurde die Veranstaltung nur einen Tag vor dem Start abgesagt. Nachdem Ende 2007 französische Touristen in der Gegend ermordet und französische Soldaten an der algerischen Grenze angegriffen wurden war dies wohl die richtige Entscheidung. Um der Terrorgefahr zu entgehen wurde die Rallye daraufhin vorläufig nach Südamerika verlegt. Gestartet wird jetzt in Buenos Aires wo die Rallye auch nach 14 Tagen wieder endet, die Rennstrecke führt 6000 Kilometer durch Argentinien und Chile. Unklar ist, wie lange die Rennen in Südamerika ausgetragen werden, die Veranstalter halten sich in dieser Hinsicht sehr bedeckt.
Hohe Ansprüche an die Autos
Die Rallye Dakar ist im Gegensatz zu den üblichen Rennen der WRC (Rallye Weltmeisterschaft) ungleich belastender für die Fahrer. Es müssen Etappen von teilweise über 800 Kilometer an einen Tag zurückgelegt werden, große Teile der Strecke führen durch Wüsten. Auch gibt es während der gesamten Renndauer von 14 Tagen nur einen einzigen Ruhetag. Da ansonsten jeden Tag gefahren wird, sind die Belastungen für Mensch und Fahrzeug enorm. Wie viele teure Neuwagen schon wenige Tage nach ihrer Erstfahrt bei der Rallye Dakar den Geist aufgaben ist ungewiss, es werden sicher einige hundert sein. Viele Fahrer kleinerer Teams die ohne Mechaniker auskommen müssen, müssen nach einem anstrengenden Renntag auch noch die Schäden an ihren Fahrzeugen selbst reparieren. Durch die hohe Belastung liegt die Ausfallqoute bei fast 60 Prozent.
Seit Bestehen der Rallye sind 60 Menschen (Fahrer und Zuschauer) bei tragischen Unfällen ums Leben gekommen, ein Anzeichen dafür wie gefährlich dieser Rallyemarathon ist. Der Fahrer mit den bisher meisten Titeln ist Stephane Peterhansel aus Frankreich. Er erzielte seit den 1990er Jahren sechs Siege mit dem Motorrad und drei mit dem Rallyeauto. Die Deutsche Jutta Kleinschmidt war die erste Frau die die Rallye Dakar gewann, sie schaffte dies im Jahr 2001. Mitsubishi hat mit 12 Gesamtsiegen die meisten Erfolge seit dem erstmaligen Austragen der Rallye Dakar zu verbuchen. Man darf gespannt sein, wie lange es noch dauern wird bis die Rallye wieder in Westafrika stattfindet und der Zielort auch beim Rennen selbst wieder Dakar heißt.